Die Gerberei

Die Gerberei

Im Mittelalter gewann in Europa das Lederhandwerk an Bedeutung, als man sich zu Handwerkszünften zusammenschloss und das Leder vielfältige Verwendung fand, wie z. B. für Schuhe, Jacken, Mützen, und Hosen. Auch Schilde, Harnische und Waffen, aber auch das Fuhrwesen, Reiter, Ross und Sattel benötigten Leder. So gelangte die Zunft der Gerber, wie auch alle anderen Zünfte, zu großem Ansehen und Macht. Um eine Gerberei zu betreiben, wird viel Wasser benötigt. Was lag da näher, als die Ansiedlung derselben in Burg an der Ihle.

In Burg werden Ende des 13. Jahrhunderts Gerber und Schuhmacher erwähnt. Anfang des 19. Jahrhunderts werden 12 Gerbereien in Burg nach-gewiesen. Zum Ende des 19. Jahrhunderts existierten bereits 19. Im Dezember 1991 hat die letzte Gerberei in Burg, der Betrieb Albrecht in der Hainstraße, die Produktion eingestellt. Das vorgebaute Wohnhaus der Gerberei in der Hainstraße 12, früher Hausnummer 550, ist das älteste Haus in Burg. Seine Erbauung ist laut historischen Quellen um ca. 1450 einzuordnen. 


Auszug aus der Bauforscherischen Dokumentation 2010
Alte Gerberei Hainstraße 12 von Ingenieurbüro Frank Högg

Im Januar 2010 erarbeitete ich im Auftrag der Stadt (Bauamt, Frau Liebthal) eine bauforscherische Dokumentation für das Haus Hainstraße 12. Ziel war es, eine relative Chronologie der Baugeschichte zu erarbeiten und wichtige historische Ausstattungsdetails sowie das historische Hausgefüge im Detail fotografisch und in einem Baualterskataster zu dokumentieren und hinsichtlich seiner baugeschichtlichen Stellung zu bewerten. Laut dendochronologischer Datierung von insgesamt sieben Hölzern aus dem ältesten Kernbaugefüge des Hauses kann die aufwendige Schmuckfassade einer Schlagphase nach dem Holzeinschlagwinter 1588/89 zugewiesen werden. Hierdurch wird die bereits 1998 von Heußner/Häring erarbeitete Datierung bestätigt. Das Haus Hainstraße 12 darf damit nach dem Haus Berliner Straße 38 als das zweitälteste Fachwerkgebäude der Stadt Burg gelten. Es repräsentiert in herausragender Weise die Renaissanceornamentik der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die sehr altertümliche Bauweise auf der Hofseite lässt darüber hinaus eine ältere Bautradition erkennen, die in dieser Ausprägung im südwestlichen Sachsen-Anhalt bis in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts zurückreicht. Nördlich bzw. auf der Höhe von Magdeburg scheint die Ständergeschoßbauweise mit Zapfenschlössern jedoch noch bis ins 17. Jahrhundert hinein verbreitet gewesen zu sein. Wegen dieser noch fast vollständig erhaltenen Grundkonstruktion darf Hainstraße 12 gefügekundlich als wichtiger Schlüsselbau für das Verständnis des frühen Hausbaus im Jerichower Land angesehen werden.

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Ausstellungen und Projekte in der Gerberei

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