Der Berliner Torturm

Der Berliner Torturm

Er wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts beim Bau der zweiten Stadtmauer errichtet, und hieß früher "Turm gen Brandenburg".  Die Stadt Burg war im Mittelalter von einer stark befestigten Stadtmauer umschlossen, die Angreifern stets unüberwindbar erschien.

Der Berliner Torturm ist einer der letzten drei von ehemals ca. 30 Wehr- und Wachtürmen entlang der Stadtmauer.  Seine wechselvolle Geschichte ist an der Innenarchitektur und äußeren Gestalt erkennbar.

Der Turm besteht aus drei Geschossen.  Unten liegt ein tiefes Verlies, in das Gefangene durch eine kreisrunde Fußbodenöffnung im Mittelgeschoss gelangten.  Vom Westeingang windet sich eine 15-stufige Steintreppe ins Mittelgeschoss, wo Schießscharten und dicke Mauern deutlich von der Wehrhaftigkeit zeugen.

Der obere Raum war früher nur über einen separaten Zugang von der Stadtmauer her erreichbar.  Nach Abriss des Berliner Tores 1806 war der Zugang abgeschnitten.  Darum durchbrach man im mittleren Raum das Gewölbe, wo heute eine Eisentreppe ins obere des Turmes führt.

Der obere Raum trägt nur teilweise Züge eines Wehrturmes.  So erinnern Raumgröße, Wandstärke und Ausgestaltung eher an einen Sakralbau.  Kirchentypische 'Näpfchen' am Eingangsbereich sowie Gestaltung und Material des Gewölbes weisen Gemeinsamkeiten zum Gewölbe des Langschiffes der Oberkirche auf.

Bei einer Belagerung im Dreißigjährigen Krieg wurden wahrscheinlich die ehemaligen mehrfachen Kreuzrippengewölbe zerstört.  Ihre Ansätze sind im oberen und mittleren Raum zu sehen.

Der große offene Kamin im oberen Raum spendete den Wachposten in der kalten Jahreszeit wohlige Wärme.  Über dem Kamin hängt eine Nachbildung des Burger Stadtwappens von 1550.

Vom oberen Raum führt die Eisentreppe weiter zur Aussichtsplattform.  Dort bietet sich Besuchern ein Panorama über die Dächer von Burg, und bei guter Sicht ein Blick in die Elbniederungen.

Trotz mehrerer Abrissanträge des Magistrates der Stadt Burg konnte der Turm bis in unsere Zeit gerettet werden.  Während der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am 03.10.1992 wurde der restaurierte Turm als Bestandteil des zukünftigen Stadtmuseums an die Stadt Burg übergeben.

Im Turm finden heute auch Trauungen statt.  Und im Advent werden in der heimeligen Atmosphäre von knisterndem Kaminfeuer und Kerzenschein Weihnachts-Geschichten vorgelesen, zu feinem Weihnachts-Gebäck, Glühwein oder Kinderpunsch.

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