Seifenherstellung und Ausstellung

Die ersten seifenähnlichen Produkte waren 1000 v. Chr. in den Ländern am Mittelmeer bekannt. Sie wurden mit dem am Roten Meer vorhandenen Natronsalzen und Olivenöl hergestellt. In Nordeuropa hatte man diese Salze zunächst nicht. Aus der Zeit der Kelten ist bekannt, dass sie weiße Buchenholzasche mit heißem Wasser auslaugten und unter Zusatz von Kalk und Pottasche (Ätzkali) gewannen.

Durch Verseifung dieser Lauge mit Fett entstanden unter Verwendung von Kochsalz Waschprodukte. Ausgewählte Fette wurden durch Einwirkung von Ätzkali oder Ätznatron, unter Verwendung von Wasser und Kochsalz, mehrmals aufgekocht und damit gereinigt. Der Siedekessel wurde früher durch mehrere Rauchzüge durch Holz- oder Kohlefeuer erhitzt.

Mit dem Einsatz von Dampf wurde nicht nur der Vorgang beschleunigt, eine gute Durchmengung erzielt und erübrigte zudem Rührwerke. Das Ergebnis war  die Verbindung zu fettsauren Salzen, den Seifen. Man unterscheidet, je nach Fettgehalt, zwischen feste Natronseife, wie Kern- oder Waschseifen und Toilettenseifen.

Man unterscheidet feste Natronseifen, wie Kern– oder Waschseifen, mit 62 % – 64 % Fettgehalt und Toilettenseifen (Feinseifen) mit 78 % – 80 % Fettgehalt. Kernseifen können bei längerer Lagerung durch Verdunstung des Wassergehalts an Form verlieren. Toilettenseifen werden durch Trocknen von Seifenspänen, Untermischen von Parfümen, Farben, Füllkörpern und eventuellen speziellen Zusätzen auf 80 % Fettgehalt gebracht und sind dann formbeständig.

Geschichte der Seifensieder von Burg

Nach der Chronik von Burg (von Fritz 1851) gab es dann im Jahre 1850 noch 6 Seifensiedereien. Namentlich waren nur zwei Seifenfabrikanten in Burg bekannt:

  • 1850 – 1961 –  Johann Carl Buttenberg, Brüderstraße 51
  • 1870 – 1953 – Albert Hartung, Große Brahmstraße 19/20

Der Seifenfabrikant Johann Carl von Buttenberg wurde am 7. März 1817 in Könnern bei Halle geboren. Im Jahr 1850 siedelte der gelernte Seifensieder nach Burg über und kaufte das Grundstück in der Brüderstraße 51. Die Eheleute Buttenberg hatten 8 Kinder, von denen 3 sehr früh verstarben.

Der einzige Sohn Paul betrieb als Kaufmann einen Mehlhandel. Die Töchter Clara, Anna, Emma und Marie verheirateten sich sehr gut, ein Beweis dafür, dass die Buttenbergs zu den ersten der Stadt gehörten. Am 24. September 1877 verstarb J. C. Buttenberg im Alter von nur 60 Jahren.

Die Nachfolge Buttenbergs

Nachdem der Gründer der Firma Buttenbergs verstorben war, verkaufte die Witwe Buttenbergs das Grundstück in der Brü derstraße 51 am 3. November 1877 an den Magdeburger Kaufmann Adolph Kirbach. Bereits am 26. April 1884 verkaufte Adolph Kirbach aus wirtschaftlichen Gründen Wohnhaus und Seifensiederei an Oswald Müller aus Magdeburg. Dieser steckte sehr viel Geld in den Ausbau und der Laden erhielt das Aussehen, welches er bis zuletzt hatte. Er brachte die Buttenbergische Seifenfabrik wieder in die Höhe. Müller errichtete auch in Genthin ein Filialgeschäft, das am 1. September 1896 Wilhelm Ruff jun. für eigene Rechnung unter der bisherigen Firma zunächst auf 10 Jahre übernahm, sich verpflichtete, alle einschlägigen Waren von Müller zu beziehen. Dieses Geschäft besteht noch an der Brandenburger Straße 41 mit dem Inhaber Herman Schinlauer. 1919 verkaufte Oswald Müller sein Anwesen an den Seifentechniker Ernst Georg Haase der den Betrieb über den 2. Weltkrieges, der Besatzungszeit durch die Rote Armee und die Ära der DDR bis 1961 führt. Danach Werner Haase als letzter den Betrieb und da durch die DDR– Führung die Seifenproduktion untersagt wurde, wird das Unternehmen als Alternative als Wäscherei führte dies bis zu Schließung 1990.