Der Berliner Torturm

Die Bauzeit des Berliner Torturmes liegt am Anfang des 14. Jh.. Zu dieser Zeit wurde die 2. Stadtmauer auf einer Länge von 3,5 km errichtet. Alle 100m stand entweder einer der einfachen Wehr- und Wachtürme oder eins von den fünf Stadttoren. Übrig ist neben dem Hexenturm der Berliner Torturm bzw. „Turm gen Brandenburg“ mit einer Gesamthöhe von 23m und bis zu 2,5m dicken Mauern im unteren Bereich. Der Turm besteht aus drei Geschossen. Unten liegt ein 5,50m tiefes Verlies, in das Gefangene durch eine kreisrunde Fußbodenöffnung im Mittelgeschoss gelangten.

Vom Westeingang windet sich eine 15-stufige Steintreppe ins Mittelgeschoss, wo Schießscharten und dicke Mauern deutlich von der Wehrhaftigkeit zeugen und einige historische Waffen ausgestellt sind.

Der obere Raum, nach Abriss des Wehrganges über einen späteren Durchbruch und eine Eisenleiter erreichbar, war früher nur über einen separaten Zugang von der Stadtmauer her zu erreichen und trägt nur teilweise Züge eines Wehrturmes. So erinnern Raumgröße, Wandstärke und Ausgestaltung eher an einen Sakralbau. Der große offene Kamin im oberen Raum, über dem eine Nachbildung des frühen Burger Wappens von 1550 hängt, spendete den Wachposten in der kalten Jahreszeit wohlige Wärme.

Nach jahrlangem Verfall des Turmes und nachdem ein 2qm großes Teil der Außenschale der Mauer auf das Nachbarhaus gestürzt war, wurde der Turm in den Jahren 1989 bis 1992 umfassend restauriert und der der obere Raum Torturmes wird für Veranstaltungen des Heimatvereins genutzt, aber auch für Eheschließungen – nach einem allerdings mit Brautkleid etwas beschwerlichen Aufstieg.

Vom oberen Raum führt eine Eisentreppe weiter zur Aussichtsplattform. Dort bietet sich Besuchern ein Panorama über die Dächer von Burg, und bei guter Sicht ein Blick in die Elbniederungen.

Der Turm ist zu Sonderöffnungen (Tag des offenen Museums, Museumsnacht) zugänglich. Führungen werden im Rahmen einer Altstadtführung durchgeführt:

Anmeldung mittwochs zwischen 14:30 und 16:30 Uhr in der Hainstr. 11 in 39288 Burg persönlich bzw. unter Telefon 03921 983342 oder ständig unter Telefon 0176 36324098.

Kosten: 3 EUR/Erwachsener bzw. 1,50 EUR/Besucher von 6 – 18 Jahren.