Der Hexenturm

Der Turm wurde als ein Wachturm der ersten Burger Stadtmauer im 11. Jahrhundert errichtet. Vermutlich war er ursprünglich eckig und zur Stadt offen. Nach der Erfindung des Schießpulvers und entsprechender Waffen erfolgte im 15. Jahrhunderts der Umbau zur heutigen runden Form.

In das Innere des Turmes und über eine Bodenöffnung hinunter in das dunkle und feuchte Verlies gelangte man einst nur vom Wehrgang der Stadtmauer aus. Nach deren Abriss schuf man einen zweiten Zugang in Bodenhöhe.1616 bis 1619 fanden in Burg rund 10 Hexenprozesse statt.

Als die Stadtmauer samt Wehrtürmen ab ca. 1700 den Verteidigungszweck verlor, erfolgte die Umnutzung des Turmes zum „Kriminalgefängnis für lüderliche Mädgens“ und für „Hexen“.

Eine zugemauerte Tür in der Außenwand des Turmverlieses zum Abhang hinter der ehemaligen Stadtmauer gibt Rätsel auf. Wurde sie im Kriegsfall als Ausfalltür genutzt?

Als Frauengefängnis wurde der Turm bis 1846 genutzt, danach aber durch das neu erbaute Amtsgericht mit angegliedertem Gefängnis in der Hainstraße von Burg abgelöst.

Weil man keinerlei Verwendung mehr fand, sollte der Turm 1885 abgerissen werden. Dies verhinderte die Magdeburger Regierung per Anweisung. Ein erneuter Versuch, den Turm 1895 abzutragen, weil die Katzentreppe dort entstehen sollte, scheiterte ebenfalls; und so entstand die Treppe einige Meter neben dem Turm.

Bereits 1985 restaurierte der Kulturbund der DDR den Turm teilweise und umfassend saniert wurde er 1998/99 im Rahmen des Altstadt-Sanierungs-Programmes der Stadt Burg.

Der Turm ist zu Sonderöffnungen (Tag des offenen Museums, Museumsnacht) zugänglich.

Führungen werden im Rahmen einer Altstadtführung durchgeführt:
Anmeldung mittwochs zwischen 14:30 und 16:30 Uhr in der Hainstr. 11 in 39288 Burg persönlich bzw. unter Telefon 03921 983342 oder ständig unter Telefon 0176 3632 4098

Kosten: 3 EUR/Erwachsener bzw. 1,50 EUR/Besucher von 6 – 18 Jahren