Der Kuhturm/Freiheitsturm

Der Turm steht am Ende der Freiheitsstraße und fand erstmalig 1530 in einer Erbrechtsstreitsache als Kuhturm Erwähnung.

Die im Tordurchlass sorgfältig bearbeiteten Feldgranitsteine lassen auf ein höheres Alter schließen. Möglicherweise handelte es sich ursprünglich um einen wehrhaften Wohnturm, der im Freihof erbaut worden war und erst im 14 Jahrhundert in die zweite Stadtmauer Burgs einbezogen wurde.

Ob der Turm Zerstörungen ausgesetzt war und deshalb der Bau der oberen Geschosse u.a. mit Ziegelsteinen erfolgte – wir wissen es nicht.

Eine Besonderheit des Turmes sind die auf jeder Etage befindlichen sog. “Schwarzen Küchen“, deren Rauchabzüge erst unter dem Dach in einen Schornstein münden und die sowohl der Essenszubereitung als auch dem Heizen dienten.

Durch das Tor im Untergeschoss des Turmes trieben einst Bürger von Burg ihre Kühe auf die städtischen Weiden – deshalb der Name „Kuhturm“.

Ab 1790 befand sich das städtische Männergefängnis im Kuhturm und noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Bauwerk als Polizeigefängnis genutzt. Eingesperrt wurden hier meist kleinere Ganoven die ihre Strafmandate nicht zahlen konnten oder wollten. Erinnert wird man an diese Zeit durch die guterhaltenen Zellentüren. Später diente der Turm als Obdachlosenasyl, um 1940 als Jugendherberge und kurze Zeit als Tierheim. Nach einer Nutzung als Lagerraum verfiel er zusehends. 1992 bis 1995 erfolgten umfangreiche Sanierungsarbeiten.

Auf vier Etagen befinden sich Ausstellungen des Heimatvereins u.a. zur Gerichtsbarkeit, zu den Wohnverhältnissen Anfang des 20. Jhdts. und zum Burger Brauerei- und Gaststättenwesen

Der Turm ist zu Sonderöffnungen (Tag des offenen Museums, Museumsnacht) zugänglich. Führungen werden im Rahmen einer Altstadtführung durchgeführt:

Anmeldung mittwochs zwischen 14:30 und 16:30 Uhr in der Hainstr. 11 in 39288 Burg persönlich bzw. unter Telefon 03921 983342 oder ständig unter Telefon 0176 3632 4098 .

Kosten: 3 EUR/Erwachsener bzw. 1,50 EUR/Besucher von 6 – 18 Jahren.